HPU ist die Kurzform für Hämopyrrollaktamurie, eine enzymbedingte Stoffwechselstörung. Dabei wird Hämopyrrollaktam (HPL) – eine Substanz aus dem Häm-Stoffwechsel – über den Urin ausgeschieden. Es handelt sich um eine vererbte Störung, die in der Bevölkerung mit einer Häufigkeit von ca. 15 bis 20 % weit verbreitet ist, wobei Frauen etwa zehnmal so oft betroffen sind wie Männer. Die Diagnose erfolgt unkompliziert über einen Urintest (Morgenurin oder 24-Stunden-Urin).
Wie die KPU gehört die HPU zu den Pyrrolurien. Bei beiden Stoffwechselwegen sind Enzyme geschwächt, wodurch Bausteine falsch zusammengesetzt werden und ihre Funktion verlieren. Speziell bei der HPU ist die Hämsynthese gestört, sodass kein voll funktionsfähiges Häm aufgebaut wird. Um dieses „falsche Häm“ auszuscheiden, bindet der Körper es an essenzielle Mikronährstoffe wie Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat), Zink und Mangan. Dieser Prozess führt zu massiven Nährstoffverlusten und beeinträchtigt die körpereigene Entgiftung erheblich. Da dieses Defizit in der Regel nicht allein über die Ernährung ausgeglichen werden kann, ist eine gezielte Intervention notwendig.
Die Hinweise auf eine HPU sind vielfältig und betreffen fast alle Körpersysteme. Zu den äußeren Merkmalen gehören oft ein blasses Gesicht, dunkle Augenringe, ein verlängerter zweiter Zeh, schwaches Bindegewebe sowie eng stehende große Vorderzähne. Betroffene leiden häufig unter unerklärlicher Erschöpfung, chronischer Müdigkeit und Schlafstörungen.
Im Bereich der Verdauung zeigen sich oft Unverträglichkeiten (Kuhmilch, Weizen, Histamin, Kaffee oder Alkohol) sowie Reizdarmsymptome. Auch die psychische Gesundheit kann betroffen sein: Ängste, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Lernstörungen (ADS/ADHS) oder Burn-out-Zustände sind mögliche Folgen einer Störung des Gehirnstoffwechsels. Weitere Begleiterscheinungen sind Herz-Kreislauf-Probleme, Muskel- und Gelenkschmerzen (wie Fibromyalgie), Hautprobleme (Akne, Haarausfall) sowie hormonelle Störungen, die von Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto bis hin zu Zyklusbeschwerden oder Fehlgeburten reichen können. Zudem ist das Immunsystem oft geschwächt, was sich in häufigen Infekten oder chronischen Entzündungen äußert.
Die Behandlung der HPU basiert primär auf der Substitution der fehlenden Mikronährstoffe, die in der Praxis individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Neben der Nährstoffgabe ist die Regulierung des Gehirnstoffwechsels durch verschiedene Behandlungstechniken sowie ein aktives Stressmanagement entscheidend für den Therapieerfolg. Die Kenntnis über das Vorliegen einer HPU oder KPU ist somit die Voraussetzung für eine gezielte und effektive Behandlung.
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Naturheilpraxis Heike Remmler
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